Färöer-Inseln Reise: Die schönsten Sehenswürdigkeiten, Wanderungen & persönliche Tipps
- 22. März
- 5 Min. Lesezeit
Ein Reisebericht über Natur, Stille und das Gefühl, sich selbst wiederzufinden
Der Wind zerrte an meiner Jacke, unter mir brach der Nordatlantik gegen dunkle Felsen – und für einen Moment fragte ich mich, warum ich mir diese Wanderung eigentlich antue.
Dann hob ich den Blick.
Vor mir lagen grüne Hügel, dramatische Klippen und eine Weite, die alles in mir ruhig werden ließ.
Willkommen auf den Färöer-Inseln.
Diese Reise war nicht nur ein Urlaub. Sie war eine Begegnung mit der Natur – und mit mir selbst.


Die Färöer-Inseln – Naturparadies im Nordatlantik
Die Färöer liegen zwischen Island und Norwegen und bestehen aus 18 Inseln. Rund 80.000 Schafe leben hier – aber nur etwa 50.000 bis 55.000 Menschen. Daher auch der liebevolle Spitzname „Schafsinseln“.
Typisch für die Färöer:
Dramatische Steilklippen
Tief eingeschnittene Fjorde
Wasserfälle, die direkt ins Meer stürzen
Grasbewachsene Häuserdächer
Schnelle Wetterwechsel
Innerhalb einer Stunde kann hier alles passieren: Sonne, Nebel, Regen, Sturm. Genau das macht die Inselgruppe so besonders.

Anreise & Unterkunft
Wir flogen von München über Kopenhagen – oft die beste und günstigste Verbindung. Wenn ihr über Kopenhagen reist, plant unbedingt ein Paar Tage dort ein. Die dänische Hauptstadt lohnt sich immer- besonders für Designliebhaber und Foodies.
Hier findest du meinen ausführlichen Guide zu Kopenhagen mit Sehenswürdigkeiten und persönlichen Tipps: Kopenhagen Sehenswürdigkeiten: Unsere 11 Highlights & Tipps mit Hygge Garantie
Unser Zuhause war das historische Dorf Kirkjubøur auf der Insel Streymoy – ruhig gelegen und perfekt als Ausgangspunkt für Ausflüge.

Die schönsten Sehenswürdigkeiten der Färöer-Inseln
Insel Vágar – Wasserfälle & ikonische Felsformationen
Mulafossur Wasserfall (Gásadalur)
Das wohl bekannteste Fotomotiv der Färöer.
Der Wasserfall stürzt spektakulär direkt ins Meer – eingerahmt vom Dorf Gásadalur.
Tipp: Besonders schön bei tief stehender Sonne. Parkplatz direkt im Ort.

Bøur – das Postkarten-Dorf
Bøur ist klein, ruhig und unglaublich fotogen. Von hier aus hat man den perfekten Blick auf die Felsformationen im Meer – besonders auf Drangarnir.
Die traditionellen Häuser mit Grasdächern, das weite Meer und die vorgelagerten Felsen wirken wie aus einer anderen Zeit.
Ein Ort zum Innehalten.


Drangarnir – das Naturwunder im Atlantik
Die ikonische Felsformation mit dem markanten Torbogen ist eines der bekanntesten Wahrzeichen der Färöer-Inseln.
Erreichbar:
Nur mit geführter Wanderung
Oder per Bootstour
Wir entschieden uns dagegen und genossen den Blick von Bøur – manchmal reicht Distanz, um etwas wirken zu lassen.

Trælanípa – spektakuläre Klippenwanderung
Eine 142 Meter hohe Klippe mit Blick auf den See Sørvágsvatn.
Wanderinfos:
Dauer: ca. 45–60 Minuten
Eintrittsgebühr (Privatgelände)
Leicht bis mittel
Gute Schuhe empfohlen
Oben wirkt es, als würde der See über dem Meer schweben – ein optisches Phänomen, das fast unwirklich erscheint.



Trøllkonufingur – der „Hexenfinger“
Ein 313 Meter hoher, freistehender Monolith im Meer vor Vágar.
Der Legende nach wollte eine Riesin die Färöer nach Island werfen, wurde jedoch vom Sonnenaufgang überrascht und versteinert. Ihr Finger ragt heute noch als Felsnadel aus dem Meer.
Besonders gut sichtbar:
Von Sandavágur
Bei klarer Sicht vom Straßenrand
Ein Ort voller Mythos.



Insel Streymoy – Hauptstadt & wilde Nordküste
Tórshavn – die kleinste Hauptstadt Europas
Klein, bunt und charmant. Besonders sehenswert:
Tinganes (Altstadt mit roten Holzhäusern)
Der Hafen
Kleine Cafés & Boutiquen
Tórshavn verbindet Tradition mit nordischer Gelassenheit.




Saksun – schwarze Sandbucht & absolute Stille
Eine Lagune, umgeben von Bergen. Schwarzer Sand. Eine kleine Kirche.
Für mich einer der ruhigsten Orte der Reise.
Tipp: Gezeiten beachten, wenn man zum Strand möchte.


Fossá Wasserfall – der höchste Wasserfall der Färöer
Direkt an der Straße gelegen, über zwei Stufen fallend – und trotzdem beeindruckend wild.
Leicht zugänglich und perfekt für einen kurzen Stopp.


Tjørnuvík – Risin & Kellingin
Ein winziges Dorf mit Blick auf die berühmten Felsformationen „Risin und Kellingin“ – der Riese und die Riesin.
Der Legende nach wollten sie die Färöer nach Island ziehen, wurden aber vom Sonnenaufgang überrascht und zu Stein.
Heute ragen sie still aus dem Meer.
Das Dorf selbst ist ruhig, abgeschieden – fast wie am Ende der Welt.



Insel Eysturoy – Weite & Ursprünglichkeit
Gjógv – das Dorf mit natürlichem Hafen
Eine schmale Felsspalte dient hier als natürlicher Hafen. Der kleine Bach, die bunten Häuser und die umliegenden Berge machen Gjógv zu einem der schönsten Dörfer der Färöer.
Ich habe mich sofort in diesen Ort verliebt.


Hvithamar Aussichtspunkt – Wind und Panorama
Ein spektakulärer Aussichtspunkt mit Blick über Fjorde und Berge.
Wichtig:
Der Weg ist steil
Es kann extrem windig sein
Trittsicherheit erforderlich
Hier spürt man die rohe Kraft der Natur besonders intensiv.


Funningur – eines der ältesten Dörfer der Färöer
Ein kleines Dorf mit Kirche direkt am Wasser.
Ruhig. Ursprünglich. Fast mystisch.
Hier hatte ich das Gefühl, dass die Zeit langsamer vergeht.

Insel Kalsoy – Abenteuer & Legenden
Trøllanes & der Kallur-Leuchtturm
Die Wanderung zum Kallur-Leuchtturm war für mich mehr als nur ein Ausflug – sie war ein innerer Kampf.
Der Weg beginnt harmlos. Grüne Hügel, weiche Wiesen, Schafe am Horizont. Doch je näher wir den Klippen kamen, desto schmaler wurde der Pfad. Der Wind wurde stärker. Und plötzlich war da dieser Moment, in dem ich nach unten blickte.
Unter mir: nichts als Abgrund und der tosende Nordatlantik.
Ich merkte, wie sich mein Körper anspannte. Meine Hände wurden feucht, mein Herz schlug schneller. Jeder Schritt fühlte sich bewusst an. Ich dachte kurz daran umzudrehen.
Nicht, weil ich nicht konnte. Sondern weil ich Angst hatte.
Der Wind drückte gegen mich, als wollte er testen, wie sehr ich diesen Ausblick wirklich sehen wollte.
Ich ging langsamer. Konzentrierte mich auf jeden einzelnen Schritt. Nicht nach links schauen. Nicht nach rechts. Einfach atmen.
Ohne meine Freunde hätte ich diesen Weg vielleicht nicht bis ganz nach oben geschafft.
Und dann stand ich oben.
Der Blick war überwältigend. Klippen, die steil ins Meer fallen. Die schmale Landzunge mit dem kleinen Leuchtturm. Unendliche Weite.
In diesem Moment war die Angst nicht weg – aber sie war kleiner als mein Stolz.
Diese Wanderung hat mir gezeigt: Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut bedeutet, trotzdem weiterzugehen.


Praktische Infos zur Kallur-Wanderung
Startpunkt: Trøllanes (Insel Kalsoy)
Dauer: ca. 1–1,5 Stunden (einfach)
Schwierigkeitsgrad: mittel
Trittsicherheit erforderlich
Wind kann extrem stark sein
Keine Absperrungen an den Klippen
Wichtig: Bei starkem Sturm oder Regen sollte man die Wanderung nicht unterschätzen.
Mikladalur & die Robbenfrau
Im kleinen Dorf Mikladalur steht eine drei Meter hohe Statue aus Edelstahl: die Robbenfrau.
Die Legende erzählt von einer Seehundfrau, die ihre Robbenhaut ablegt, um an Land Menschengestalt anzunehmen. Ein Fischer versteckt ihre Haut – sie muss bei ihm bleiben. Doch eines Tages findet sie sie wieder und kehrt ins Meer zurück.
Eine Geschichte über Sehnsucht, Freiheit und die Verbindung zwischen Mensch und Meer.
Die Statue blickt hinaus auf den Atlantik – melancholisch und kraftvoll zugleich.

Beste Reisezeit für die Färöer-Inseln
Mai bis September gilt als beste Reisezeit:
Mildere Temperaturen
Längere Tage
Bessere Bedingungen zum Wandern
Doch das Wetter bleibt unberechenbar – Zwiebellook ist Pflicht.
Fortbewegung auf den Färöer-Inseln
Mietwagen empfohlen
Tunnel verbinden viele Inseln
Fähre nach Kalsoy
Geführte Touren möglich
Flexibilität ist hier entscheidend.
FAQ zur Färöer Reise
Sind die Färöer teuer?
Ja – besonders Restaurants und Alkohol.
Braucht man einen Mietwagen?
Sehr empfehlenswert.
Ist Wandern gefährlich?
Mit Respekt vor Wetter und Klippen nicht – aber Vorsicht ist immer geboten.
Lohnt sich eine Reise auf die Färöer-Inseln?
Wenn du Natur suchst statt Trubel, Weite statt Hektik und echte Stille statt Dauerbeschallung – dann ja.
Die Färöer sind kein klassisches Reiseziel.
Sie sind ein Gefühl.
Und ich weiß: Ich werde zurückkehren.



Danke für die schöne Erinnerung....und bis zum nächsten Mal!